„Hier kann man sich wohlfühlen“

Bezirksapostel Rüdiger Krause weiht neue Kirche für Bremen-Mitte ein / Tag der offenen Tür am Sonnabend, 11. Juli 2015

„Der erste Eindruck ist ja immer der wichtigste“, sagte Bezirksapostel Krause am vergangenen Donnerstagabend (2. Juli 2015) zu den Besucherinnen und Besuchern des Weihegottesdienstes und bekannte: „Ich habe mich sofort wohlgefühlt hier in der neuen Kirche.“ Er gratulierte der Gemeinde zu ihrem neuen Gotteshaus, das nun (wieder) in der Augsburger Straße 38 im Bremer-Stadtteil Findorff beheimatet ist. Über 60 Jahre lang (1950 bis 2012) stand hier das alte Kirchengebäude der Gemeinde Findorff, das nach langen Überlegungen, ob eine Renovierung oder Sanierung wirtschaftlich sei, im Jahr 2013 abgerissen wurde. Die Kosten wären viel zu hoch und eine Sanierung für eine später Nutzung nicht mehr optimal gewesen, so die Einschätzung seinerzeit.

Das Kirchengebäude in der Augsburger Straße ist nun das Zuhause für die rund 340 Mitglieder starke Gemeinde Bremen-Mitte. Bis dato fanden die Gottesdienste für die Gemeinde in der Bachstraße in der Bremer Neustadt statt. Am Sonntag, dem 28. Juni wurde diese Kirche in einem Gottesdienst offiziell profaniert (entwidmet). Die Gemeinde ist aus einer Fusion im Jahr 2012 aus den Gemeinden Findorff, Neustadt und Ostertor entstanden. Die Sitzplatzkapazität von vorher über 1.000 in den drei vorhandenen Kirchen konnte durch den Neubau auf unter 200 reduziert werden, ist aber nach Einschätzung der Verantwortlichen dennoch für die neue Gemeinde Bremen-Mitte ausreichend.

Zu der feierlichen Einweihung hatten der Vorsteher, Hirte Wolfgang Rogalitzki, und die Gemeinde auch zahlreiche Gäste von verschiedenen Institutionen sowie Freunde und Gäste aus der Nachbarschaft eingeladen. Begrüßen konnte Rüdiger Krause unter anderen die Ortsamtsleiterin Ulrike Pala, Hille Brünjes (SPD-Mitglied im Ortsbeirat), Oliver Ottwiaska (CDU-Mitglied im Ortsbeirat) sowie die Architekten Thomas Klumpp (Bremen) und Hagen Stier (Hamburg).

Fest gegründet
Dem Weihegottesdienst legte Bezirksapostel Krause das Bibelwort aus dem Lukasevangelium, Kapitel 6, Verse 47 und 48 zu Grunde: Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie - ich will euch zeigen, wem er gleicht. Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riss der Strom an dem Haus und konnte es nicht bewegen; denn es war gut gebaut.
Recht passend für die Einweihung einer neuen Kirche. Und so bat er im Gebet darum, dass der große Gott nun dieses Haus mit seinem Geist in Besitz nehmen wolle.

Gut gefüllt war die Kirche, die laut Architekt Klumpp im traditionellen Stil des nordeuropäischen Raums als reines Langhaus mit zusätzlichen Gemeinderäumen realisiert wurde. Mit hohen, schmalen Fenstern, die an die Spätgotik erinnern, aber doch in ihrer Farbgestaltung das Kirchenschiff „leicht und froh, freundlich und warm“ erscheinen lassen. Doch, so Klumpp, auf Felsen sei sie nicht gegründet. Denn den habe man in der norddeutschen Tiefebene leider nicht so häufig. Dafür stehe das ganze Gebäude aber auf 37 sieben Meter tief gegründeten Pfählen – und damit fest und sicher, sagte Klumpp, der auch für seinen Architektenkollegen Hagen Stier sprach.

Leicht und transparent
Ulrike Pala bestätigte in ihrem Grußwort an die Anwesenden den Eindruck der „luftigen und freundlichen“ Kirche. Hier könne man sich tatsächlich wohlfühlen – und das wünsche sie der Gemeinde sehr. Eigentlich seien sie damals im Ortsamt und Beirat zunächst erschrocken gewesen, als sie von dem bevorstehenden Abriss der Kirche in der Augsburger Straße hörten. Als sie dann aber darüber informiert wurden, dass die Neuapostolische Kirche einen Neubau an dieser Stelle plane, waren sie erstmal beruhigt. Pala: „Das war und ist ein deutliches Bekenntnis zum Stadtteil und zum Bremer Westen.“ Sie hieß deshalb die Gemeinde Bremen-Mitte im Namen von Ortsamt und Beirat „ein zweites Mal herzlich willkommen im Stadtteil“.

Anerkennung erfuhr an diesem Abend auch das überaus transparent gestaltete Foyer der neuen Kirche. Mit Glaswänden an beiden Seiten bietet die Konstruktion von der Straße wie auch von der Rückseite einen unverstellten Blick ins Innere. So offen, sagte Bezirksapostel Krause, solle sich auch die Gemeinde der Nachbarschaft und dem Stadtteil zeigen. Er könne sich gut vorstellen, dass in dem Gebäude Konzerte von Dritten und andere Veranstaltungen kultureller Art stattfinden. Genau für diese Zwecke sei der absenkbare Altar – ein Novum – konzipiert worden, der Platz für verschiedene Ensembles schafft. Insgesamt haben die Architekten Klumpp und Stier, so schreibt die Stadtteilbeilage des Weser Kurier (06.07.2015), „eine moderne Kirche mit den vertrauten Elementen christlicher Baugeschichte“ geschaffen, die in den Fachkreisen möglicherweise für Furore sorgen könne.

Einladung an alle
Bezirksapostel Krause dankte im Namen der Kirche allen am Bau beteiligten Planern und Handwerkern sowie der Gemeinde wie auch den Nachbarn für ihre Geduld während der Planungs- und Bauzeit. Diese hatte sich mit zweieinhalb Jahren doch stark verzögert. Doch nun, wo alles fast fertig sei – ein paar Restarbeiten und Details stehen noch aus – lade man alle ein, das Haus zu besichtigen. Eine erste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Sonnabend, dem 11 Juli 2015, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr bei einem Tag der offenen Tür. Neben Informationen über die Gemeinde werden ein musikalisches Rahmenprogramm und ein kleiner Imbiss geboten. Zudem können natürlich auch die Räumlichkeiten besichtigt werden.